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Die 1940er und 50er Jahre: Teil 2: Die kleinen Handfrankiermaschinen werden erwachsen

1949 erhielt „POSTALIA“ ihre ersten Auslandszulassungen, bis 1963 waren es fast 50 Länder, in denen die „POSTALIA“ zugelassen wird.
Francotyp musste auf die deutlich preiswerteren Postalia-Geräte reagieren. Zwischen der Francotyp „C“ und dem „POSTALIA“-Handroller bestand eine wesentliche Preisdifferenz von etwa 250 DM, fast 25%, und Francotyp erkannte, dass ihre „C“ bei kleineren Betrieben nicht mehr zum Zuge kommen würde. Die Technik erhielt den Auftrag, eine einfache kleine Handmaschine zu konstruieren, die ungefähr zum Preis der Postalia auf den Markt gebracht werden sollte. 1949 brachte die Francotyp GmbH das Model „Cc“ heraus, die auch dem kleinsten Betrieb die Sicherheit im Postbetrieb garantierte. Sie war dem Handroller eindeutig überlegen und im Preis nur unwesentlich oberhalb der „POSTALIA“. Die Anlage erfolgte von der Seite, es war ein Durchläufer mit dem Druck von oben.

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Postalia Werbung von 1950

 

1950 wurde die „POSTALIA“-Handfrankiermaschine zum Grundstein eines Baukastensystems, das es mit Hilfe vielerlei Zusätze möglich machte, die Maschine jeder Betriebsgröße anzupassen. 1950 erhielt sie einen elektrischen Antrieb (D2-Eli), später kam der Hebelantrieb mit Briefschließeinrichtung hinzu, der es erlaubte, Briefe nicht nur zu frankieren, sondern auch zu verschließen. Einen besonderen Vorteil brachte die Zulassung der „POSTALIA“ mit vierstelliger Werteinstellung: Statt früher DM 9.99 als Maximum, jetzt DM 99.99, interessant für alle Großfirmen und für den Export. Es folgte die Ergänzung der Kombination mit einer automatischen Briefzuführung und gleichzeitigem Briefverschluß. 1963 wird das System um einen Streifengeber erweitert, der angefeuchtete und frankierte Aufklebestreifen für sperriges Postgut auswirft.

Mit diesen kleinen Maschinen beider Fabrikate setzte, verbunden mit dem wirtschaftlichen Aufschwung nach der Währungsreform, eine breite Streuung im Frankiermaschinen-Verkauf, bis zu den kleinsten Betrieben hin, ein.

Als Folge der technischen Entwicklung und um mit der D2-Eli konkurrieren zu können erhielt die „Cc“ einen elektrischen Antrieb und wurde ab 1952 als „Ccm“ vertrieben. Wie es bei nachträglichen Veränderungen üblich war, ließ sich ein ähnliches Geräte-Konzept wie bei POSTALIA nicht verwirklichen und so konnte die Technik nur auf die neuen Anforderungen der Konkurrenz reagieren. Begrenzt, was die Geschwindigkeit und Modularität betraf, konzentrierte man sich dennoch auf Erweiterungen wie Anfeuchter, Schließer und die Anbindung an die Velopost-Junior Briefschließmaschine, da eine automatische Zuführung für die „Ccm“ aufgrund  der seitlichen Anlage nicht möglich war. Nachträglich ließ sich aus einer „Cc“ keine „Ccm“ machen. Hier war POSTALIA konzeptionell deutlich besser aufgestellt.

Seien Sie im nächsten Blogbeitrag unserer Blogserie „90 Jahre FP“ auf die Innovationen der 60er und 70er Jahre gespannt.

1949 erhielt „POSTALIA“ ihre ersten Auslandszulassungen, bis 1963 waren es fast 50 Länder, in denen die „POSTALIA“ zugelassen wird. Francotyp musste auf die deutlich preiswerteren Postalia-Geräte reagieren. Zwischen der Francotyp „C“ und dem „POSTALIA“-Handroller bestand eine wesentliche Preisdifferenz von etwa 250 DM, fast 25%, und Francotyp erkannte, dass ihre „C“…

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Über Matthias Lorenzen

Matthias Lorenzen, Projektleiter F+E Innovationsmanagement bei der FP-Tochter FP-InovoLabs GmbH

Matthias Lorenzen studierte Feinwerktechnik und elektronische Gerätetechnik und arbeitet seit 1994 bei Francotyp-Postalia. Zuvor hat er u.a. bei Siemens und Mannesmann als Konstrukteur und bei Constin Design Berlin als Konstrukteur und Projektleiter gearbeitet.

Seit 1997 bin ich Projektleiter für internationale Unternehmensprojekte und verantwortete u.a. folgende Produkteinführungen: die Briefwaage flexiscale, die Frankiermaschinen mymail und optimail 30 sowie die neue  Frankiermaschine PostBase. Seit 2011 bin ich zusätzlich verantwortlich für die Bereiche Produkt-, Projektmanagement und Vertrieb bei der FP-Inovolabs. Auch die neue Frankiermaschine PostBase haben wir mit vollem Herzensblut entwickelt und ich bin sehr gespannt auf die Resonanz im Markt. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und Ihr Feedback!

Mit vielen Grüßen
Matthias Lorenzen

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