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„De-Mail: mehr Möglichkeiten auch für Privatpersonen!“

Nachdem eine Reservierung von De-Mail Adressen bereits seit längerem möglich war, können seit der CeBIT die ersten Privatpersonen De-Mail aktiv nutzen. Die FP Tochter Mentana Claimsoft bietet als erster De-Mail Provider die Nutzung für Privatkunden über das Webportal https://www.fp-demail.de an.

In der Presse und Internet-Community ist viel über Sinn und Unsinn von De-Mail für private Nutzer diskutiert worden. (z.B. http://www.internet-law.de/2012/03/der-unsinn-der-de-mail.html ). Schaut man sich einige der Kommentare an, wird mit einer erstaunlichen Vehemenz argumentiert. Dies umso mehr, als  Privatpersonen wichtige Dokumente nicht per De-Mail versenden müssen, aber sie können!

Denn De-Mail ist als zusätzlicher Kommunikationskanal zu verstehen, der für eine Reihe von Privatnutzern und für eine Vielzahl von Anwendungen eine sinnvolle und bequeme Alternative darstellt. Insbesondere für Dokumente, bei denen der Nachweis von Erhalt und Inhalt wichtig sind, ist De-Mail eine einfache elektronische Alternative für den bislang notwendigen physischen Brief oder die e-mail mit qualifizierter elektronischer Signatur, wie bereits in unserem letzten Blogbeitrag beschrieben.

Was sind nun die vielzitierten Nachteile der De-Mail für Privatnutzer? Zwei stechen dabei ganz besonders hervor.

Oft wird als Nachteil von De-Mail genannt, dass ich als Besitzer eines De-Mail-Kontos dazu verpflichtet wäre, täglich in meinen elektronischen Briefkasten zu schauen. Ein im wahrsten Sinne des Wortes bedenklicher Nachteil, Denn bei Lichte betrachtet gilt dies genauso für meinen normalen Briefkasten am Hauseingang. Und seien wir mal ehrlich, wie oft schaut man in sein elektronisches Postfach – dies ist bei vielen von uns wohl eher eine Frage von stündlich oder permanent und nicht von einmal täglich.

Es wird eine Reihe von Privatpersonen geben, die in der höheren Bequemlichkeit und guten Erreichbarkeit von De-Mail – überall und jederzeit – einen entscheidenden Vorteil sehen und diesen für sich nutzen werden. Bin ich geschäftlich viel unterwegs, ist es für mich eine enorme Erleichterung, wenn ich schnell mal von unterwegs meinen Antrag für neue Ausweisdokumente stellen kann. Bin ich gerade umgezogen, dann kann der 24/7 Service einer De-Mail möglicherweise genau die Art von Service sein, die ich brauche, um meine Hausratsversicherung zu ändern. Außerdem bleiben dann wichtige Dokumente nicht im Briefkasten liegen, weil der Nachbarn, der sonst täglich die Post kontrolliert hat, auch mal wieder unterwegs ist.

Sicherlich, ich werde auch weiterhin die Glückwunschkarte zum 80. Geburtstag meiner Tante klassisch per Post verschicken.. Den Katalog mit der neuen Frühjahrskollektion lasse ich mir auch lieber per Post schicken, damit ich abends gemütlich auf dem Sofa darin stöbern kann. Bestellen werde ich dann aber wieder im Internet.

Und schließlich – um einem weiteren vielgeäußerten Argument entgegenzutreten: Natürlich ist die Teilnahme am De-Mail-Verfahren freiwillig. Ich entscheide selbst, mit wem ich auf diesem Wege kommunizieren möchte. Den Eintrag meiner Adresse in das öffentliche De-Mail-Verzeichnis muss ich gesondert beantragen und wem ich meine De-Mail Adresse auf anderem Wege zur Verfügung stelle, entscheide ich ebenfalls selbst. Bei der Kommunikation mit Behörden muss ich sogar eine sogenannte Zugangseröffnung abgeben. D.h., ohne explizite Freigabe an die Behörde, dass man über De-Mail kommunizieren möchte, erhalte ich auch weiterhin Bußgeldbescheide oder ähnliches per Papierpost!

De-Mail ist als auch für den Privatnutzer einfach eine zusätzliche Option. Einfache Bedienung gepaart mit hohem Service und der Gewissheit absoluter Vertraulichkeit wird sich mittel- bis langfristig auch bei Privatpersonen als ein Kommunikationskanal neben anderen durchsetzen.

De-Mail
De-Mail
Nachdem eine Reservierung von De-Mail Adressen bereits seit längerem möglich war, können seit der CeBIT die ersten Privatpersonen De-Mail aktiv nutzen. Die FP Tochter Mentana Claimsoft bietet als erster De-Mail Provider die Nutzung für Privatkunden über das Webportal https://www.fp-demail.de an. In der Presse und Internet-Community ist viel über Sinn und…

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Über Monika Plum

Dr. Monika Plum, Market Research & Business Development Managerin der Francotyp-Postalia

Monika Plum studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität Münster und legte Ihre Promotion im Fach Volkswirtschaftlehre ab. Sie arbeitet seit 1999 bei der Francotyp-Postalia. Zuvor war sie 4 Jahre als Senior Consultant beim Wissenschaftlichen Institut für Kommunikationsdienste (WIK) in der Beratung im Post und Telekommunikationsektor tätig, zuletzt als Leiterin der Forschungsgruppe “Post”.

Ich arbeite bei FP als Managerin im Bereich Strategie und Unternehmensentwicklung. Darüber hinaus verantworte ich die Bereiche Marktforschung und Regulierungspolitik. Ich verfüge über umfangreiche Erfahrungen im Bereich strategischer Aspekte der Postmärkte und Regulierungspolitk und freue mich über zahlreiche Kommentare und anregende Diskussionen zu diesen interessanten Themen.

Viele Grüße
Dr. Monika Plum

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5 Kommentare

  1. Das sehe ich genauso wie Frau Plum. Ich werde die De-Mail privat nutzen, sobald dies möglich ist. In diesem Zusammenhang hoffe ich auch, dass die Anwendungsmöglichkeiten des neuen Personalausweises weiter (und auch schneller) zunehmen. Estland, aber auch Spanien sind dort wesentlich weiter als wir.

  2. Die hier vorgebrachte “absolute Vertraulichkeit” ist mit De-Mail gerade nicht gegeben, denn es gibt keine durchgängige Verschlüsselung, siehe dazu z.B. den Artikel “De-Mail geht ohne End-to-End-Verschlüsselung durch” bei Golem.

  3. Die Aussage zur fehlenden Ende-zu-Ende Verschlüsselung ist nicht mehr aktuell. Diese Verschlüsselung ist im De-Mail-Gesetz vorgesehen (vgl. § 5 Abs. 3 Satz 3 De-Mail-Gesetz) und wird auch angeboten.

  4. Herr Fliegner schreibt: “Diese Verschlüsselung ist im De-Mail-Gesetz vorgesehen (vgl. § 5 Abs. 3 Satz 3 De-Mail-Gesetz) und wird auch angeboten.”

    Im Gesetz steht dazu lapidar “Der Einsatz einer durchgängigen Verschlüsselung zwischen Sender und Empfänger (Ende-zu-Ende-Verschlüsselung) bleibt hiervon unberührt.” Was auch immer das bedeuten soll… Ich verstehe das eher so, dass man zusätzlich zu De-Mail eine Ende-zu-Ende-Verschlüssleung einsetzen kann, die nicht in das De-Mailö-Verfahren integriert ist.

    Aber dann kann ich meine E-Mail auch gleich ohne De-Mail versenden und kann dazu das Standard-Email-Verfahren verwenden, womit ich den Vorteil habe, dass ich mit der ganzen Welt gesichert kommunizieren kann und nicht eine deutsche Sonderlocke verwende, die zudem auch noch entgeltpflichtig ist. Auf den Vorteil des Einwurf-Einschreibens, den De-Mail bietet, muss ich dabei natürlich gut verzichten.

    Ich vermute, dass 99% aller De-Mail-Post eben genau nicht einer solchen zusätzlichen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung unterliegen wird – von “absoluter Sicherheit” kann keine Rede sein.

  5. Hallo Maik,

    das Verständnis ist richtig. De-Mail kann zusätzlich mit einer Ende-zu-Ende Verschlüsselung versehen werden. Gesetzlich vorgeschrieben ist die immanente Transportverschlüsselung des De-Mail Kanals. Und ja, für jegliche Kommunikation, die weder der Schriftform, noch der Rechtsverbindlichkeit genügen muss, reicht es auch in Zukunft aus, eine E-Mail (gerne mit s-mime oder pgp) zu versenden. Das wiederum ist gar nicht der Ansatzpunkt der De-Mail gewesen und wird es auch in Zukunft nicht sein. Denn De-Mail setzt genau da an, wo ich eine rechtverbindliche Kommunikationsgrundlage brauche und/oder den Transport von schützenswerten Daten, die heute anderen Restriktionen unterliegen. Es ist somit der digitale Brief und nicht die Substitution der heutigen E-Mail. Beispiele für den Einsatz einer De-Mail gibt es damit zu Hauf: In der Kommunikation etwa mit Behörden/Kommunen/Versicherungen/Banken etc. Der Referentenentwurf des E-Government-Gesetzes (E-GovG) (http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Gesetzestexte/Entwuerfe/Entwurf_EGov.pdf?__blob=publicationFile) zeigt deutlich, wie De-Mail in Zukunft in anderen Gesetzen und Prozessen eingesetzt werden kann.

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